Important news

• Wasserstoff: Die Zeit ist reif

• Verbesserte Datenveröffentlichung auf der AGGM-Plattform

Good to know

• Joint Information Day 2019 - Save the Date

• Austrian Gas Infrastructure Day 2019

• Änderungen der GMMO-VO und Allgemeinen Bedingungen zum 1. Oktober 2019

• Grafik, Fakten: Biogasflüsse

AGGM im Dialog

• Interview mit Franz Kirchmeyr, Fachbereichsleiter Biogas des Kompost & Biogas Verbands Österreich

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Important news

Wasserstoff: Die Zeit ist reif

Laut der Internationalen Energieagentur gilt es, Wasserstoff zügig zur Grundlage einer klimaverträglichen, zuverlässigen und wirtschaftlich attraktiven Energieversorgung zu machen. 

 

Eine umfassende Analyse der Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von Wasserstoff als Energieträger veröffentlichte kürzlich die Internationale Energieagentur (IEA). Angefordert hatte den mehr als 200 Seiten starken Bericht mit dem Titel „The Future of Hydrogen - Seizing today’s opportunities“ die Regierung Japans, die zurzeit den Vorsitz der G20 führt. Nach Ansicht der IEA ist die Zeit gekommen, um die Potenziale von Wasserstoff als Basis einer sauberen, sicheren und erschwinglichen Energieversorgung zu erschließen. „Wasserstoff kann dazu beitragen, verschiedenste kritische Herausforderungen für die Energieversorgung zu meistern“, heißt es in dem Bericht. Mit seiner Hilfe sei es unter anderem möglich, Sektoren zu dekarbonisieren, in denen dies als besonders schwierig gilt. Als Beispiele nennt die IEA den Langstreckenverkehr, die Chemische Industrie sowie die Eisen- und Stahlerzeugung. Wie die Agentur betont, waren die weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2018 höher als je zuvor.

 

Allerdings verweist die IEA auf eine Reihe von Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Wasserstoff. Dessen Erzeugung mit Hilfe erneuerbarer Energien ist nach wie vor mit hohen Kosten verbunden. Jedoch sollten diese bis 2030 um rund 30 Prozent sinken. Als Gründe nennt die IEA die fallenden Produktionskosten für Ökostrom sowie die zunehmende Wasserstoffherstellung mittels Ökostrom. Bis dato wird Wasserstoff vor allem aus Erdgas und Kohle gewonnen. Die IEA hält deshalb die CO2-Abscheidung aus solchen Produktprozessen sowie eine verstärkte elektrolytische Erzeugung mit Ökostrom für nötig. Die Politik wird von der Agentur unter anderem dazu aufgerufen, Hemmnisse für den internationalen Handel mit Wasserstoff zu beseitigen. Überdies ist es ihrer Ansicht nach notwendig, die Infrastruktur für den Wasserstofftransport auszubauen. Dabei müssen Politik, Industrie und Investoren besser zusammenarbeiten.

 

Vor allem vier Maßnahmen wären laut IEA zu setzen. Erstens müssen die Häfen für den internationalen Güterumschlag zu Zentren für den industriellen Einsatz von „grünem“ Wasserstoff werden. Zweitens gilt es, bestehende Infrastrukturen für den Transport von Wasserstoff zu nutzen, darunter „Millionen von Kilometern an Erdgaspipelines“. Drittens sollte Wasserstoff vor allem im Flotten- und Güterverkehr eingesetzt werden. Viertens wäre es schließlich notwendig, Wasserstoff auch mit Tankschiffen zu verfrachten. Als Beispiel hierfür nennt die IEA den Handel mit LNG.

Verbesserte Datenveröffentlichung auf der AGGM-Plattform

Mit September 2019 wurden auf der AGGM-Plattform weitere Anpassungen für Benutzer vorgenommen, um die Darstellung der Daten zu verbessern und zu erleichtern. Neue Funktionalitäten sind die Möglichkeiten, die veröffentlichen Daten wahlweise als Linien- oder Balkendiagramm darzustellen sowie Grafiken als JPG, PNG, PDF oder SVG herunterzuladen. Zudem wurden optische Verbesserungen durchgeführt. Die Details zu den Anpassungen finden Sie in der AGGM-Info vom 29. August 2019.

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Good to know

Save the Date - Joint Information Day am 5. Dezember 2019

Wir freuen uns, Ihnen den nächsten Joint Information Day ankündigen zu können und laden Sie sehr herzlich zur Teilnahme an unserer Veranstaltung ein. Der Joint Information Day findet am 5. Dezember 2019 in Kooperation zwischen CEGH und AGGM statt, um über aktuelle Entwicklungen am österreichischen Gasmarkt zu informieren.

 

Im Anschluss laden wir Sie zum Punsch in den Garten des Palais Coburg zu einem gemütlichen get-together ein.

 

Reservieren Sie diesen Termin in Ihrem Kalender. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. 

© Palais Coburg 

 

Austrian Gas Infrastructure Day 2019

Am 7. Oktober 2019 startet die Konsultation der Langfristigen Planung für die Verteilergebiete als auch des – in Kooperation mit den Fernleitungsnetzbetreibern Gas Connect Austria GmbH und Trans Austria Gasleitung GmbH erstellten – Koordinierten Netzentwicklungsplans für das Fernleitungsnetz für die Jahre 2020 – 2029.

 

Der Austrian Gas Infrastructure Day (AGID) zur Präsentation der Konsultationsversionen der österreichischen Gasnetzausbaupläne findet am Dienstag den 15. Oktober 2019 im ARCOTEL Kaiserwasser in Wien statt.

 

Klima- und Energiestrategie, Sektorkopplung, Power-to-Gas, Greening the Gas – die Energiesysteme stehen vor einem großen Wandel und Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, werden beim heurigen AGID auch spannende nationale und internationale Projekte zum Thema Sektorkopplung präsentiert!

 

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Website. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Änderungen der GMMO-VO und Allgemeinen Bedingungen zum 1. Oktober 2019 

Wie im Newsletter der AGGM 2/2019 angekündigt, tritt mit 1. Oktober 2019 die Novelle der Gas-Marktmodell-Verordnung 2012 (GMMO-VO) in Kraft. Die Novelle finden Sie auf der Website der E-Control.

 

Hinsichtlich der Änderung der Allgemeinen Bedingungen für das Rechtsverhältnis mit den Bilanzgruppenverantwortlichen (AB MGM-VGM-BGV Ost und AB VGM-BGV Tirol und Vorarlberg), genehmigte E-Control nach dem Konsultationsverfahren die neuen Versionen mit 25.7.2019. Die neuen ABs stehen Ihnen auf der AGGM Website zur Verfügung.

 

Wir möchten an dieser Stelle nochmals auf die Erweiterung des Tagesbilanzierungsregimes und Wegfall des Endverbraucher-Fahrplans für Stundenbilanzierung hinweisen. Wie ebenfalls im AGGM Newsletter 2/19 berichtet, sind gemäß der Novelle zur GMMO-VO ab 1.10.2019 nur mehr Endverbraucher mit einer vertraglichen Höchstleistung von mehr als 50.000 kWh/h (Großabnehmer) im Stundenbilanzierungsregime.

 

Gemäß Sonstigen Marktregeln Gas werden daher ab 1.10.2019 folgende Fahrpläne zur Anmeldung des Endkundenverbrauchs zwischen BGV und VGM ausgetauscht: 

 

    • Endverbraucher-Fahrplan Tagesbilanzierung: Unverändert wie bisher, jedoch sind vom BGV ab 1.10.2019 sämtliche Endverbraucher mit einer vertraglichen Höchstleistung bis 50.000 kWh/h in diesem Aggregat zu berücksichtigen.

    • Einzel-Fahrpläne je Großabnehmer: Wie bisher, jedoch bislang nicht bilanzierungsrelevant. Ab 1.10.2019 werden diese Einzel-Fahrpläne vom VGM je BG summiert und als Summe Endverbraucher Stundenbilanzierung an den MGM für die Bilanzierung und den BKO für das Clearing übermittelt.

Der Endverbraucher-Fahrplan Stundenbilanzierung wird künftig nicht mehr zwischen BGV und VGM ausgetauscht. 

Grafik/Fakten: Biogasflüsse

Die Biogaseinspeisung in das österreichische Gasnetz macht – trotz kontinuierlicher, jährlicher Steigerung – nur einen kleinen Anteil der gesamten Aufbringung aus. Aktuelle Studien belegen jedoch, dass das inländische Potenzial lange noch nicht ausgeschöpft ist und dass Biogas im Energiemix der Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen wird. Die Flussdaten finden Sie auch hier.

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AGGM im Dialog

Interview mit Franz Kirchmeyr, Fachbereichsleiter Biogas des Kompost & Biogas Verbands Österreich

Welche Rolle werden erneuerbare Gase – Stichwort Sektorkopplung – bei der Dekarbonisierung des österreichischen Energiesystems aus Sicht des Kompost & Biogas Verbands einnehmen? 

Das Gasnetz ist in Österreich ein de facto nicht wahrgenommenes Energietransportnetz, welches in Summe aber mehr Energie transportiert als das von der Bevölkerung primär wahrgenommene Transportnetz – das Stromnetz. Es weist zu Spitzenzeiten im Winter, gegenüber dem Stromsystem, eine ca. 2,5-fache Leistungsabgabe an Kunden auf und verfügt zusätzlich über eine Speicherkapazität, welche auch zum Zeitpunkt des Niedriegststandes der Speicherstände die Versorgung im Vergleich zum Stromsystem 10-mal länger garantieren kann. Ebenso wie Strom stellen die transportierten Gase hoch exergetische Energieträger dar, welche in allen Anwendungssektoren – etwa in der Industrie, im Strom- und Wärmemarkt als auch als Kraftstoff im Mobilitätsbereich prädestiniert spezifische Aufgaben erfüllen. Die Sektorkopplung wird dabei nicht nur im direkt energetischen Bereich stattfinden sondern die Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft mitumfassen müssen.

Die Aufgabe in einem Klimaschutzszenario 2050 ist daher nicht die Abkehr vom Gasnetz und damit einhergehend der Verlust an Energietransport- und sicheren saisonalen Speicherungsmöglichkeit, sondern vielmehr die Umstellung auf den Transport erneuerbarer Gase. 

 

Der Anteil der Biogaseinspeisung ist in Österreich nach wie vor auf sehr geringem Niveau, was sich auch in den veröffentlichten Daten auf unserer Plattform widerspiegelt. Wie sehen Sie das Potenzial und die Zukunft für Biogas in Österreich? 

Österreich hat im Vergleich zu anderen Staaten sehr früh mit der Biomethanaufbereitung und Einspeisung in das Erdgasnetz begonnen. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit aller notwendigen Stakeholder. Leider konnte dies aber nicht in die Erarbeitung positiver Regularien für die erneuerbare Gaseinspeisung übertragen werden.

Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens im Jahr 2016 wurde aber klar, dass neben der Energieeinsparung und Effizienzsteigerung jeder Energiesektor eine Umstellung auf erneuerbare Energien durchführen muss. Dank der bisherigen Forschung und Entwicklung im Sektor Biogas und Holzvergasung verfügt Österreich über eine sehr gut aufgestellte Wirtschaft in diesen Sektoren und verfügen wir zum Glück über wesentliche Potenziale zur Erzeugung erneuerbarer Gase:

    • Organische Abfälle der Haushalte und Gastronomie

    • Organische Abfälle der Lebensmittel-, Getränke- und Futtermittelindustrie

    • Nebenprodukte der Landwirtschaft wie Stroh, Zwischenfrüchte und Wirtschaftsdünger

    • Nebenprodukte der Forstwirtschaft

    • Erneuerbarer Wasserstoff aus erneuerbarem Strom

    • Synthetisches Methan aus erneuerbarem Wasserstoff und erneuerbarem Kohlenstoff

Das inländische Potenzial daraus kann laut Studien zumindest 2/3 des bisherigen Erdgasbedarfes, ohne Einschränkung der Lebensmittelproduktion, ersetzen und wird vielmehr in Verbindung mit der Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft zu einer weiteren Diversifizierung der österreichischen Wirtschaft beitragen. 

 
Welche Maßnahmen müssen Ihrer Ansicht nach konkret ergriffen werden, um dieses Potenzial auch Realität werden zu lassen? Wie könnte eine mögliche „Roadmap“ ausschauen?
Trotz der bereits entwickelten Techniken bedarf es gewaltiger Anstrengungen um ein Zielszenario mit 100 % erneuerbarem Gas bis zum Jahr 2050 erreichen zu können. Nur durch ein abgestimmtes koordiniertes Vorgehen wird die Umstellung des Gasnetzes auf erneuerbare Energien zu einer Erfolgsgeschichte. Dazu gehört ganz wesentlich auch eine chronologische Gestaltung mitunter sich ändernden Prioritäten in der Aufbringung der erneuerbaren Gase als auch in deren prioritären Anwendung. Wesentlicher Baustein einer Strategie zur Erreichung 100 % erneuerbarer Gase ist etwa eine konzentrierte Forschungsstrategie, damit die Umstellung möglichst kosteneffizient, im Einklang mit der Bioökonomie und Kreislaufwirtschaftsstrategie und in weiterer Folge auch als Exportschlager, durchgeführt werden kann. Darüber hinaus ist die Verankerung eines vertrauenserweckenden, effektiven und zielgerichteten Unterstützungssystems für erneuerbarer Gase in einem eigenen erneuerbaren Ausbaugesetz, verbunden mit der Gleichstellung erneuerbarer Gase mit der E-Mobilität sowie in der Raumwärme mit anderen erneuerbaren Energien erforderlich. Weiters sind energiebezogene Zielfestlegungen für erneuerbare Gase (2030 10%, 2050 100% mit entsprechenden Zwischenzielen) sowie Begleitmaßnahmen der Regulierungsbehörde hinsichtlich der Kostenanerkennung für Netzbetreiber zu implementieren. (Anm: Ein ausführliches Positionspapier des Kompost & Biogas Verbands ist hier abrufbar). 
 
Ein besonderes Anliegen der AGGM ist, eine optimale, dem Marktbedarf sowie den energie- und klimapolitischen Zielen entsprechende Netzentwicklungsplanung. Ist es Ihrer Ansicht nach sinnvoll, das Thema Biogas in der Infrastrukturplanung zu berücksichtigen? Welche Schwerpunkte sollten dabei gesetzt werden?
Ohne einen Umbau des Gasnetzes auf den Transport von erneuerbaren Gasen würde diese wesentliche Infrastruktureinrichtung leider an Bedeutung verlieren. Dieser Umbau ist daher unerlässlich und wird sich auch entsprechend auf die Netzentwicklungsplanung auswirken. Durch Überlagerung der Zielerfordernisse hinsichtlich Ausbauziel, regionalem Bedarf, vorhandenem Netz (Gas und Strom) und möglichem regionalem Angebot an erneuerbaren Gasen könnte und wird ein zielgerichteter Netzentwicklungsplan wesentlich zur kostenoptimierten Umstellung des Gasnetzes auf erneuerbare Gase beitragen.

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Neue CCT-Termine! 

10. Oktober 2019   I   7. November 2019                                                 

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