Sehr geehrte Damen und Herren,

als Folge der Gasexplosion in Baumgarten vom 12.12.2017 stehen derzeit keine Überspeisekapazitäten zwischen der Fernleitung und dem Verteilergebiet in Baumgarten zur Verfügung, was zu Beschränkungen der Transportleistungen zu und von den Speichern im Verteilergebiet Ost führt. Der aktuelle Status quo wurde dem Markt in zwei Urgent Market Messages (UMM) vom 20.12.2017 kommuniziert.

AGGM wurde vom Fernleitungsnetzbetreiber Gas Connect Austria mit heutigem Schreiben darüber informiert, dass in Baumgarten ab 13.03.2018 wieder eingeschränkte Überspeisekapazitäten von der Fernleitung ins Verteilergebiet zur Verfügung stehen. Ab 01.05.2018 können noch höhere Kapazitäten von der Fernleitung ins Verteilergebiet bereitgestellt werden.

AGGM hat die Auswirkungen dieser Informationen auf die Transportkapazitäten zu den Speichern analysiert und die Ergebnisse soeben in UMMs für die Einspeicherrichtung (Exit Verteilergebiet) publiziert. Die in den UMMs angegebenen Einschränkungen betreffen jene Kapazitäten, die die Speicherunternehmen im Verteilergebiet gebucht haben. Mögliche Auswirkungen auf die Kapazitäten einzelner Speicherkunden können nur von den Speicherunternehmen beurteilt werden.

Basierend auf den vom vorgelagerten TSO garantierten Kapazitäten, ermittelt AGGM jene Kapazitäten, die den Speichern im Verteilergebiet jedenfalls firm zugesichert werden können. Die in den UMMs als prozentuelle Einschränkung angegebenen Werte basieren daher, in Übereinstimmung mit dem Kapazitätsausweis des Verteilergebietes Ost im ungestörten Zustand, auf einer Worst-Case-Betrachtung. Für die Einspeicherrichtung gelten dabei folgende Randbedingungen:

• Nur Firm-Kapazitäten vom Fernleitungssystem ins Verteilergebiet werden berücksichtigt.

• Maximale Endkundenverbräuche werden angesetzt (90%-Perzentil von historischen Verbrauchswerten im Betrachtungszeitraum)

Die so für jeden Speicher ermittelten Kapazitäten in Einspeicherrichtung können auch in ungünstigen Fällen garantiert werden.

Die tatsächlich nutzbare Kapazität (dynamisch fester Anteil der Standardkapazität) ist jedoch vom jeweils aktuellen Endkundenverbrauch im Verteilergebiet abhängig und daher häufig höher als der Wert der Worst-Case-Betrachtung. Auch können nicht garantierte Kapazitäten vom Fernleitungssystem ins Verteilergebiet häufig genutzt werden und dadurch auf Basis „Können und Vermögen“ noch zusätzliche Mengen zu den Speichern transportiert werden.

Vor diesem Gesichtspunkt kann auf Basis historischer Verbrauchsdaten ein Hinweis gegeben werden, welche Einschränkung der Transportleistung zu den Speichern im Mittel je Monat erwartbar ist.

Ab Mai 2018 sind auf Basis der heute vorliegenden Informationen keine Einschränkungen der Transportkapazitäten zu den Speichern mehr erforderlich.

Die UMM für die Ausspeicherrichtung (Entry Verteilergebiet) vom 20.12.2017 bleibt aufrecht, da eine garantierte Überspeisekapazität vom Verteilergebiet in die Fernleitung bis auf weiteres nicht zur Verfügung steht und eine Überspeisung in die Fernleitung somit nur auf Basis „Können und Vermögen“ möglich ist.

Eine Beschränkung der Ausspeichermengen wäre nur im Fall eines nicht abwickelbaren Nettoflusses vom Verteilergebiet in die Fernleitung erforderlich. In der aktuellen Ausspeicherperiode konnten bis dato jedoch sämtliche von den Speicherkunden im Wege der Speicherunternehmen angemeldeten Ausspeichertransporte ohne Einschränkungen durchgeführt werden.

Für die Einspeicherperiode hat diese Einschränkung in Ausspeicherrichtung erfahrungsgemäß keine praktische Bedeutung.

Abschließend ist anzumerken, dass von AGGM sämtliche Ressourcen bestmöglich genutzt werden, um auf Basis „Können und Vermögen“ eine möglichst hohe Transportleistung zu und von den Speichern zu erreichen. Nicht genutzte Kapazitäten eines Speichers können auf unterbrechbarer Basis stets von den übrigen Speichern genutzt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

AGGM Austrian Gas Grid Management AG
Floridsdorfer Hauptstraße 1
1210 Wien / Vienna
Austria

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